Pfarreiengemeinschaft

Christkönig Saal • St. Oswald Teuerting

Auf dem Weg in die Nachfolge Christi

Auf dem Weg in die Nachfolge Christi

  • Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen (Johannes 8,12). Christus spricht diese Worte, damit jeder, der sie hört, ermutigt wird, seine Lehre zu beherzigen. Hegt nicht jeder Mensch den Wunsch, von Schatten seines Lebens befreit zu werden, um seinen Weg unbeschwerter, freudiger und lichtvoller zu gehen? Der erste Schritt besteht darin, zu erspüren, wer Jesus war, was er wollte und was er mir in meiner augenblicklichen Lebenssituation sagt.
  • Die Lehre Jesu Christi übertrifft alles an Weisheit und Liebe. Diejenigen, die ihm folgen, werden erfüllt von seinem Geist und fähig, in noch verborgene Geheimnisse des Lebens und des Todes Einsicht zu nehmen. Wie ist es zu erklären, dass viele Menschen die Sehnsucht nach geistlicher Erfüllung nicht besitzen? Wie ist es zu erklären, dass viele Menschen in Eigenentwürfen ihres Lebens verhaftet sind, ohne dem Göttlichen in sich Raum zu gewähren? Und wie ist es möglich, dass auf der anderen Seite viele Menschen, die Jesu Wort verstehen und ihr Leben danach ausrichten, in allen Situationen von seinem Geist und von seiner Liebe getragen werden?
  • Dich intellektuell und theologisch auszurichten hat nur dann einen tieferen Sinn, wenn du gleichzeitig auch Demut übst. Worte allein sind unwesentlich. Werden sie aber von einem entsprechenden gottgefälligen Tun begleitet, wirst du wesentlich. Es ist weitaus wertvoller, Verständnis für einen Menschen zu haben und ihm Liebe zu schenken, als mit ihm einzig und allein über zwischenmenschliche Beziehungen zu debattieren. Was nutzt dir alles philosophische und theologische Wissen ohne das tragende Fundament der Liebe? Denke kurz darüber nach, was du in deinem Leben einst für wichtig hieltest, was du aber inzwischen vergessen hast, weil es vergänglich war. Bleibendes und tiefe Weisheit wirst du erlangen, wenn es dir gelingt, inmitten allem Vergänglichen das Unvergängliche wahrzunehmen.
  • Schätze dich und dein Tun richtig ein. Grenze dich beizeiten ab und hänge dein Herz nicht an das, was dich auf Dauer nicht trägt:
    - übertriebener Arbeitseifer, um sich mehr leisten zu können als andere;
    - Anerkennung suchen und in allem der Erste sein wollen;
    - sich von falsch gesteuerten sexuellen Begierden bestimmen lassen;
    - der Sexualität eine zu große Bedeutung einräumen und dem Körper ständig nachgeben;
    - ausschließlich an das eigene Leben denken und sich so einrichten, als ob es niemals enden würde;
    - im Jetzt verhaftet sein, ohne eine Hoffnung über den Tod hinaus einzubeziehen;
    - Vergängliches an die erste Stelle setzen – ohne Ausschau nach bleibenden Werten zu halten.
  • Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll (Kohelet 1,8). Es muss daher für dich Zeiten geben, in denen du dich, besonders dein Herz, von allem Sichtbaren löst und dich dem „Unsichtbaren“ zuwendest. Wenn du dein Leben entsprechend einrichtest, wirst du von Dunkelheit befreit, sodass das Licht, Christus, in dir aufgehen kann.

aus „Auf dem Weg in die Nachfolge Christi“ – Geistlich leben nach Thomas von Kempen von Peter Dyckhoff, Verlag Herder

10 Gebote der Gelassenheit

von Papst Johannes XXIII. dem Vater des 2. Vatikanischen Konzils

"Nimm dir nicht zu viel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten:
an jedem Tag, zu jeder Stunde, ohne Übertreibung, mit Geduld."


  1. Leben
    "Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben, ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen."
  2. Sorgfalt
    "Nur für heute werde ich mit größter Sorgfalt auf mein Auftreten achten. Ich werde niemanden kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern. Nur mich selbst"
  3. Glück
    "Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich geschaffen bin, glücklich zu sein, nicht nur für die andere, sondern auch schon für diese Welt."
  4. Realismus
    "Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Umstände an meine Wünsche anpassen."
  5. Lesen
    "Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele."
  6. Stille
    "Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit der Stille widmen und Gott zuhören. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, so ist das Horchen auf Gott in der Stille notwendig für das Leben der Seele."
  7. Handeln
    "Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen – und ich werde es niemandem erzählen."
  8. Überwinden
    "Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt."
  9. Planen
    "Nur für heute werde ich mir ein genaues Programm vornehmen. Auch wenn ich mich nicht genau daran halten werde – ich werde den Tag planen. Ich werde mich besonders vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit."
  10. Vertrauen
    "Nur für heute werde ich fest daran glauben, – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten – dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt."
(In meditativer und schön gestalteter Form finden Sie diese „10 Gebote“ auf http://www.abtei-st-hildegard.de/?p=5125)

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